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Sonntag, 2. Mai 2010

Hörtipp zum Sonntag: Dice, Dilla, Pregunta

Er war einer der innovativsten und wegweisendsten Hip-Hop Producer der letzten Jahre, welcher Ende der 90er mit zahlreichen großen Künstlern der Szene zusammen gearbeitet hatte. Die Rede ist von J Dilla, der leider kurz nach Veröffentlichung seines letzten Solo-Albums "Donuts" im Jahre 2006 viel zu früh verstarb.


Wie immer folgten viele, überwiegend gute Tribute-Alben, ein Ende noch nicht in Sicht, aber dieses Eine möchten wir euch heute besonders ans Herz legen. Vor allem weil kein geringerer als Questlove von The Roots alte und teilweise sogar unveröffentlichte Dilla-Instrumentals neu eingespielt und gemixt hat. Als wäre das nicht schon der Ehre genug, hat Dice Raw, ebenfalls ein langjähriges The Roots Mitglied, sich nun diese Beats zur Brust genommen um sie mit den entsprechenden Lyrics zu versehen. Das Ergebnis nach kaum einer Wocher Arbeit kann sich sehen und vor allem gut hören lassen: Dice, Dilla, Pregunta - mixtape

Wie unschwer zu vermuten erwarten einen Dilla-Beats in klassisch, relaxed und groovendem Roots Stil. Was will man also nach einem ereignisreichen Wochenende mehr an einem trüben Sonntag wie heute? Hier der Soundtrack für eben solche Tage. Und das Beste zum Schluss: das ganze Ding kostet keinen müden Euro, sondern kann "for free" gezogen werden...

Mittwoch, 28. April 2010

Review: Dub FX - Live in the streets


Was braucht man um ein einzigartiges Album zu zaubern? Dieter Bohlen? Mark Medlock? Oder reicht einfach eine Stimme, eine Roland-Drum-Station und ein riesiges Paket Kreativität und die Musik in jeder Vene des Körpers?
Es ist Letzteres womit uns Dub FX beweist wie Musik heutzutage auch entstehen kann! Der Strassenmusiker aus Melbourne Australien liefert mit seinem Live Album "Live in the streets" ein Werk ab was weit mehr ist als nur ein Live Album. Jeder der Songs wurde bei einem Live Auftritt in den Strassen der großen Metropolen dieser Welt aufgezeichnet und sie alle wirken trotz der Improvisation niemals unprofessionell. In ein klares Genre kann man das Album nicht zwängen, es bewegt sich irgendwo zwischen Hip-Hop, Reggae, Trip-Hop, Drum and Bass und Dubstep. Es handelt sich also um das rundum sorglos Paket für den geneigten Hörer.


Strassenmusiker? Richtig gelesen, Benjamin Stanford alias Dub FX ist in erster Linie ein Musiker der in den Fußgängerzonen dieser Welt zuhause ist ("Living on the road like a gypsy ...") um dort die Passanten mit seinen Performances, welche genau aus zwei Komponenten bestehen, zu beeindrucken. Alles was er braucht ist seine Stimme und seine Drumstation! Beschreiben lässt sich das nur schwer, man muss es sehen und nochmals sehen um wirklich zu glauben daß diese Songs wirklich von nur einem Menschen "Live" improvisiert wurden. Der Sound ist sicherlich nichts neues, aber die Art wie er entsteht ist einzigartig und ungewöhnlich. Gleich im ersten Song "Free my soul" wird klar was Dub FX wirklich zum Leben braucht "Give me a beatbox and free my soul...". Diesen Wunsch kann man ihm gerne erfüllen, wenn man nur dabei zuhören darf. Ja selbst auf Aussagen muss man in den Songs nicht verzichten, die Texte strotzen nur so von dem Drang nach künstlerischer und persönlicher Freiheit. Jeden Track des Albums zu beschreiben ist unmöglich, man muss es einfach hören und erleben, in "Under a tree" wird dem Hörer die Möglichkeit geboten am Entstehungsprozess des Songs teilzuhaben, zu erleben wie Sample um Sample eingesungen oder eingespielt wird und am Ende ein Song mit treibendem 2Step Beat herauskommt. Und diese Form von Experimenten setzt sich die restliche Spielzeit problemlos fort. Immer ähnlich aber nie eintönig oder langweilig, denn jeder Song, klingt er dem vorherigen im ersten Moment noch sehr nah, beweist eine andere Facette des Künstlers. Wahnsinn!
Genug geschrieben, wir habe mit diesem Album einen spitzen Soundtrack für den Sommer gefunden und können kaum genug davon bekommen. Das letzte Wort überlassen wir gerne dem Künstler ...

"The words in my mind that i see
Flow out of me easily
So easily that my mind is free
To blaze up your mind with my fantasy"

Das Album gibt es käuflich zu erwerben auf der Website des Künstlers dubfx.net und wer den guten Herrn live erleben will hat die Chance Ende Juli in Düsseldorf und Köln auf zwei Gigs in Deutschland.

Impressionen der Performances:

Mittwoch, 31. März 2010

New Amerykah

Nun ist es raus, das neue Album der werten Frau Badu "New Amerykah Pt. 2 - Return of the Ankh". Erykah Badu bezaubert uns wieder mit Soul, mit Hiphop, R&B, mit einfach guter Musik wie sie gerade 2010 wirklich klingen sollte, einfach was superfeines für Seele & Körper. Nach dem grandiosen New Amerykah Part 1 Album steht jetzt der zweite Teil in den Läden und wir sind hin und weg. Beginnend mit der smoothen Nummer "20 Feet Tall", bei der sich tiefe Rhodesklänge unter Erykah's Stimme mischen, beginnt die 10-Tracks-andauernde Reise in eine bessere Welt. "Window Seat" scheint sich zum Hit der Platte zu mausern, locker fluffige Beats, harmonische Akkorde lassen uns träumen. Wollen wir nicht alle einen Platz am Fenster? Video gibts hier:



Auch die weiteren Songs strotzen nur so vor Selbstvertrauen und doch gleichzeitiger Zurückhaltung. Hier geht es nicht um die großen Radio-Hits oder die Club-Banger sondern um Musik mit Klasse und Soul.

Wir verneigen uns vor dir, Erykah! Hooray!

Dienstag, 17. November 2009

Plattencheck - Beast / Beast (2009)


Urlaubsliebe, meistens intensiv, aber man weiß nie wie lange sie hält. In diesem Fall bin ich mir sicher dieses kleine (10 Tracks) Album wird mich noch länger begleiten. Schön! Was die beiden Kanadier Betty Bonifassi (franz. sprachige Sängerin und Oscar nominiert) und Jean-Phi Gonclaves (Kanadischer Produzent u.a. für Lauryn Hill) hier loslassen lässt sich nicht treffender als mit „Beast“ beschreiben. Sie gehen sogar weiter und beschreiben es auf Ihrer Website als fabelhaftes Zwitterwesen mit Einflüssen aus Soul, Rap, Elektro und Jazz und gleichzeitig eine Platte bei der Rage against the machine auf Portishead trifft - Trip Hop war gestern - Trip Rock ist heute.